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KLEIDEN WIR UNS WIRKLICH SO, WIE ES UNS GEFÄLLT?

abdriften3 Min. LesezeitAuf Substack ↗

Ich glaube, dass dieser Eintrag sehr konzeptionell sein und nicht unbedingt einem roten Faden folgen wird. Man könnte ihn eher als ein in Struktur gebrachtes Brainstorming betrachten. Womit will ich mich befassen? Mit der Grundlage des Stils sehr vieler Menschen – vielleicht sogar aller: Inspiration.

Jeder hat vermutlich schon in irgendeiner Lebenslage Inspiration aus einem bestimmten Bereich geschöpft und diese im eigenen Leben umgesetzt. Da mein Hauptfokus hier auf Mode liegt, werde ich mich primär damit beschäftigen. Die Grundidee, die ich hier behandeln möchte, sind die Quellen, aus denen wir heutzutage unsere Inspiration ziehen. Während es früher üblich war, diese durch das Beobachten von Menschen auf der Straße zu sammeln, lässt sich mittlerweile ein deutlicher Wandel feststellen. Der Großteil an Ideen wird heute über Social Media gesammelt – Instagram, TikTok und Pinterest. Da alles zunehmend schnelllebiger wird, kann ich mir sogar vorstellen, dass sich der Fokus noch stärker in Richtung TikTok verschieben könnte. Doch welche Probleme ergeben sich daraus?

Die Algorithmen der jeweiligen Plattformen sind mittlerweile so ausgereift, dass sie sehr genau erkennen, welche Trends oder Kleidungsstücke sie dir als Nächstes in deine Timeline spülen müssen. Das ermöglicht zwar eine sehr präzise Entwicklung des eigenen Stils, und die Wahrscheinlichkeit, passende Pieces zu entdecken, ist entsprechend hoch. Andererseits schränkt dieses Konzept die tatsächliche Erweiterung des eigenen Horizonts ein. Wer sich ausschließlich in seiner eigenen Bubble bewegt, verpasst womöglich die Chance, neue und unerwartete Einflüsse zu entdecken und in den eigenen Stil zu integrieren. Daraus ergibt sich die Frage, ob man lieber in der eigenen Ästhetik bleibt und diese weiter verfeinert – dabei jedoch mögliche neue Impulse verpasst – oder ob man sich breiter ausprobiert, was deutlich mehr Zeit erfordert und möglicherweise nie zu einem klaren Ziel führt. Doch gibt es überhaupt ein solches Ziel?

Das führt mich zum zweiten Konzept, über das ich noch ein paar Gedanken äußern möchte: das Prinzip des persönlichen Stils. Ob es diesen überhaupt gibt und – wenn ja – was ihn ausmacht, ist eine spannende Frage. Kann ein Look tatsächlich eine Person definieren? Letztlich lässt sich jeder Mensch in gewisser Weise einer Stilrichtung zuordnen, in der er vielen anderen ähnelt. Es kommt also stark auf die Perspektive an, aus der man das Ganze betrachtet. Während es innerhalb einer Gruppe modisch Gleichgesinnter schwieriger ist, durch einen wirklich individuellen Stil hervorzustechen, kann dies im Freundes- oder Familienkreis – der sich nicht zwangsläufig überschneidet – ganz anders wirken. In einer heterogenen Gruppe scheint jeder eher einen eigenen Stil zu besitzen. Daraus lässt sich schließen, dass diese Frage schwer eindeutig zu beantworten ist und vermutlich jeder für sich selbst klären muss – mein Beitrag versteht sich hier lediglich als Denkanstoß.

Letztlich ist es entscheidend, der eigenen Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen, was Mode auf besondere Weise ermöglichen kann. Dabei ist Authentizität das Stichwort. Oft erkennt man auf den ersten Blick, ob jemand seine Kleidung aus Überzeugung trägt oder lediglich Trends folgt, die ihm auf dem Bildschirm präsentiert werden. Kleidung, die ehrlich getragen wird, ist letztlich die überzeugendste. Sich Sachen aufzuzwingen, nur um dazuzugehören ain’t it.

Das war’s dann von meinem kurzen Brainstorm. Man kann diesen Text bzw. diese Gedanken vermutlich auch auf verschiedenste Lebensbereiche übertragen, das kann aber jeder für sich selbst interpretieren.